+

Visionssuche - sich selbst finden in der Stille der Natur

Die Visionssuche ist ein altes Selbstfindungs- und Übergangsritual. Sie wurde früher in den meisten Kulturen bei wichtigen Lebensübergängen, für spirituelles Wachstum und zur Klärung existentieller Fragen eingesetzt.
Vier (bzw. drei) Tage und Nächte verbringst du allein und ohne Nahrung in der Natur. Du bist allein mit dir selbst, begleitet von Tieren, Pflanzen, Steinen, Wind und Wetter. Du spürst, was dir wichtig ist, wer du bis und wer du nicht bist. Ohne Ablenkungen des Alltags und ohne Einfluss dich umgebender Menschen hörst du auf einmal das Flüstern deiner Seele, die dich an deine Lebensaufgabe erinnert. Sobald du deine einzigartigen Gaben entdeckst und in dein Leben integrierst, hat dein Leben Sinn und macht dir Freude.
 

Geschichte

Unsere Urahnen lebten über lange Zeit im Einklang mit der Natur. Die Kreisläufe der Natur hatten einen grossen Einfluss auf das Leben der Menschen und wurden mit Ritualen und Zeremonien gefeiert.
Anstehende Veränderungen und Entwicklungsschritte im Leben eines Menschen, wie der Übergang vom Kind zum Jugendlichen, später zum Erwachsenen, dann zum Ältesten und schliesslich in die geistige Welt wurden ebenfalls mit Ritualen und Zeremonien bestärkt und gefeiert. Ein besonders wichtiges Initiationsritual war die Visionssuche, die häufig beim Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen eingesetzt wurde. Bei wichtigen Fragen und Entscheidungen war die Visionssuche ebenfalls ein geeignetes Instrument, Menschen auf einem spirituell ausgerichteten Weg nutzten die Kraft der Visionssuche regelmässig.
Die Visionssuche mit der Grundstruktur Ablösung – Schwellenzeit – Wiedereingliederung war Bestandteil vieler Kulturen rund um die Erde. Die moderne Visionssuche ist stark von den Traditionen der Indianer Nordamerikas geprägt. Diese Traditionen sind gut bewahrt worden. Daher sind sie uns als Inspirationsquelle für moderne Übergangsrituale zugänglich. Der bewusste Umgang mit Übergängen und anderen Veränderungen im Leben gibt Orientierung und Klarheit und ermöglicht aus Sinnkrisen zu lernen und Kraft zu schöpfen.
 

Gründe / Anlässe

Wofür soll ich mehrere Tage fastend in der Natur verbringen? Was bringt mir diese Herausforderung? Stehe ich dies überhaupt durch?
Unsere moderne Welt bietet unzählige Bequemlichkeiten und Ablenkungen. In der Schnelllebigkeit geht das Wesentliche oft vergessen. Die eigenen Sehnsüchte und Wünsche, das was uns eigentlich ausmacht, bleibt häufig verborgen.
Die Solozeit allein und ohne Nahrung in der Natur hilft dir, deinen persönlichen Weg zu erkennen und den Übergang zu einem neuen Lebensabschnitt bewusst anzutreten.